Aktionen

Zu verschiedenen Anlässen halten wir Reden (z.B. auf Demos), Vorträge (z.B. auf Infoveranstaltungen) oder verfassen Erklärungen (z.B. als Soli-Erklärung). Alle diese Texte drücken unsere Positionen aus und können frei verwendet und vervielfältigt werden. Im Folgenden unsere jüngsten Aktionen (eine ausführliche Dokumentation gibt es in unserem Forum).

[27.06.19] Proteste gegen den Lobby-Kongress der Immobilienwirtschaft

Die Vernetzung der Akelius-Mieter*innen war Teil des Protestes gegen den Lobby-Kongress der Immobilienwirtschaft am 27.06.19. Wir waren auf der Mahnwache und der Demo mit je einem Redebeitrag vertreten:

Mahnwache: Wir protestieren hier heute am sogenannten Tag der Immobilienwirtschaft gegen den alltäglichen Mietenwahnsinn, der uns in unserer fundamentalen Lebensgrundlage – dem „Wohnen“ – erschüttert. Uns bleibt keine Wahl: Wir können nicht einfach „nicht wohnen“. Dadurch wird ein immenser Druck erzeugt, der alltäglich auf uns lastet. Nicht jede*r kann das auf Dauer aushalten. 
Aus unseren Häusern ziehen immer mehr Nachbar*innen aus. Viele wurden verdrängt und mussten ihre Kieze verlassen. Gerade wenn man Kinder hat, wenn man im Viertel fest verankert ist, entstehen Kontakte und Freundschaften, die sich nicht einfach wieder neu woanders schaffen lassen. Ebenso ältere Mieter*innen! Sie sind auf zentrale Infrastrukturen wie Arztpraxen und nachbarschaftliche Unterstützung in ihren Kiezen angewiesen. 
Für börsennotierte Wohnungsunternehmen wie Akelius zählt aber nur, wie sich eine Wohnung am teuersten vermieten lässt. Wo sollen wir denn noch hinziehen?! Auch die Berliner Randbezirke werden immer teurer.  Wie kann es sein, dass eine sechsköpfige Familie gekündigt und polizeilich geräumt wird und in einer Obdachloseneinrichtung unterkommen muss, nur um die Miete weiter in die Höhe zu treiben? 
Deswegen schließen wir Akelius-Mieter*innen uns zusammen!
Der Immobilienkonzern Akelius besitzt über 870 Häuser mit aktuell etwa 14.000 Wohnungen in Berlin und hat seinen weltweit wichtigsten Standort hier in der Stadt. Viele Häuser kauft Akelius im Share-Deal-Verfahren kauft, um die Stadt um die Grunderwerbssteuer und die Bezirke um ihr Vorkaufsrecht zu prellen.
Laut dem Berliner Mieterverein ist Akelius eine*r der aggressivsten Vermieter*innen in Berlin. Die Zahlen bestätigen dies: Jüngst deckte ein Journalisten-Team auf, dass bei Akelius im Vergleich mit anderen Wohnungsunternehmen das stärkste Ungleichgewicht besteht zwischen den Ausgaben für Instandsetzung und Modernisierung. Während Akelius nur 9 € pro Jahr pro Quadratmeter zur Instandsetzung ausgibt, sind es 105 € für Modernisierungen. Mit diesen Modernisierungen rechtfertigt Akelius Angebotsmieten von bis zu 42 € warm den Quadratmeter! Damit umgeht Akelius systematisch die gesetzlichen Vorgaben zur Regulierung der Mietentwicklung.
Wir Mieter*innen haben viele schlechte Erfahrungen mit Akelius gemacht:
• Unsere Anliegen werden immer wieder verschleppt.
• Wohnungen werden mit Hilfe geringster oder auch konstruierter Anlässe gezielt entmietet.
• Frei werdende Wohnungen werden ständig neu modernisiert und extrem teuer vermietet.
• Zunehmend werden Mietshäuser in Eigentumswohnungen umgewandelt.
Wir Mieter*innen nehmen das nicht widerspruchslos hin! 
Wir organisieren uns und treten gemeinsam für unsere Interessen ein!
Wir unterstützen uns gegenseitig und üben gemeinsam Druck aus auf alle, die für die heutige Situation verantwortlich sind, allen voran die Politik und die Wirtschaft!
Akelius hat hunderte Häuser, aber wir sind zehntausende Mieter*innen!
Die börsennotierten Wohnungsgesellschaften gehören enteignet und kommunalisiert! Wir Menschen in unseren Häusern und Nachbarschaften wollen unsere Wohnsituation selbst gestalten. Wir wollen gegenseitig Verantwortung für uns und unser Umfeld übernehmen. Was wir nicht wollen, ist verschleppte Instandsetzungen, unrechtmäßige Mieterhöhungen und Schikanen in Kauf nehmen, um die Profitrate von irgendwelchen Konzernen zu steigern. Wir wollen nicht vorgeschrieben bekommen, wo wir wohnen sollen und wo wir nicht mehr wohnen dürfen. 
Die Wohnungspolitik muss grundsätzlich verändert werden! Sie muss dem Einfluss von börsennotierten Wohnungsunternehmen entzogen, vom Markt genommen und unter Mitsprache von Mieter*innen neu gestaltet werden. Warum wird bei Mietverzug nicht erstmal eine Mahnung geschickt, sondern gleich gekündigt und sofort eine Räumungsklage hinterhergeworfen, obwohl die Kündigungsfrist noch gar nicht abgelaufen ist? Warum dürfen Vermieter*innen mit einem vorläufigen Räumungstitel zwangsräumen, ohne den Ausgang eines Berufungsprozesses abwarten zu müssen? Warum müssen Mieter*innen Fehler der Vermieter*innen immer hinnehmen und in zähen Prozessen um Korrektur oder Entschädigung kämpfen und werden selbst beim kleinsten Anlass rausgeschmissen? Dieses Ungleichgewicht hat keine Zukunft! 
Wohnen ist ein Menschenrecht! Wohnen muss als Grundrecht sicher gestellt werden! Wohnraum muss vergesellschaftet werden! Akelius & Co. müssen enteignet werden!

Demo: Wir Mieter*innen von Akelius haben die Nase gestrichen voll!
Mieten von bis zu 42,- Euro warm den Quadratmeter.
Kündigungen, Räumungsklagen, Zwangsräumungen.
Dauermodernisierungen ohne Sinn und Verstand.
Umwandlung von Mietshäusern in Eigentumswohnungen.
Vernachlässigung von Reparaturen aber tägliches Putzen der Fassade.
Wachschutz zum Erhalt von Leerstand.
Jagd auf kreative Wandgestalter*innen.
Es reicht! Akelius kann gehen! Spekulant*innen haben kein Anrecht auf unsere Miete!
Die Enteignungskampagne ist super!
Endlich wird mal wieder über die Eigentumsfrage nachgedacht.
Der Mietendeckel ist aber nur ein Anfang!
Ausnahmeregelungen und Befristung müssen unbedingt entfallen.
Und sowieso: das eine hebt das andere nicht auf! Wir brauchen beides!
Aber es muss auch sonst noch grundsätzlich über vieles debattiert werden, z.B.:
Was ist die Rolle der Justiz?
Wir alle kennen noch Richterin Regine Paschke. Ganz nach ihrem Vorbild meinte letztes eine Jungrichterin in Neukölln, dass sich der Mieter eben einen anderen Vermieter suchen soll, wenn er mit Akelius so unzufrieden ist, dass er die Enteignung befürwortet.
Was ist mit der Trennung von Politik und Wirtschaft?
Wir wissen noch alle, wer Harz IV eingeführt hat und wer den öffentlichen Wohnungsbestand in Berlin privatisiert hat. Der Wechsel von Politiker*innen in die Wirtschaft ist Gang und Gäbe. Aber es geht auch andersrum: Multimilliardär Roger Akelius hat sich 2016 Schweden als Bauminister angeboten.
Was ist Gemeingut und gehört uns allen und ist prinzipiell unveräußerlich?
Grund und Boden sind wie Luft, Licht und Wasser etwas, was allen Lebewesen gleichermaßen gehört. Niemand hat das Recht es für sich alleine zu beanspruchen und zu kaufen oder zu verkaufen.
Es ist klar! Wir brauchen weder Akelius, noch die Deutsche Wohnen, Vonovia, ADO, Padovicz, Pears Global noch all die anderen.
Wir brauchen solidarische Lebensräume, gesellschaftliche Besitzverhältnisse, eine gemeinwohl-orientierte Wirtschaft inklusive echtem Klimaschutz und eine gleichwertige Verteilung des Wohlstandes für alle hier und weltweit.


[07.06.2019] Kundgebung der Kampagne „Deutsche Wohnen & Co. enteignen!“ und der European Action Coalition vor der Lobeckstraße 64

Wir stehen heute hier in der Lobeckstraße, um gegen die Macht und das Profitstreben der großen Immobilienfirmen zu protestieren. 
In der Hausnummer 64 ist es die Deutsche Wohnen, die uns Mieter*innen das Leben schwer macht.
In den Hausnummern 65 bis 75, also direkt nebenan, ist es Akelius, die uns Mieter*innen das Leben schwer macht.
Dieser Häuser-Komplex besteht aus drei hintereinander stehenden Häusern, mit tollen großen Freiflächen dazwischen. Eigentlich ideal zum nachbarschaftlichen Wohnen und Leben.
Doch nicht so in diesen Häusern! Akelius hat den Komplex um 2014 herum gekauft. Letztes Jahr haben sie mit den Bauarbeiten begonnen. Alle Fassaden wurden mit Planen verhüllt, die Höfe mit Baumaterial und Schutt vermüllt, die Haustüren offen stehen gelassen, die Treppenhäuser verdreckt.
Für die Mieter*innen dieser Häuser bedeutet dies seitdem täglich Stress, Lärm, Deck und für einige sogar die Zwangsräumung. Vor reichlich einem Jahr hat Akelius aus diesen Häusern zwei Menschen ohne Mietschulden durch eine Zwangsräumung gewaltsam auf die Straße gesetzt. Zufällig wurde dies von Passanten beobachtet und uns gemeldet.

Wenige Wochen danach gab sich Akelius eitel und lud zur Besichtigung im Rahmen der Architekturtage 2018 in ihre neu eröffnete Akeliuszentrale an den Erkenenzdamm ein. Dieser denkmalgeschützte Wikingerhof ist ein großer Gewerbehof, aus dem Akelius zuvor 40 Künstler*innen und Ateliergemeinschaften und einige Kleingewebe vertrieben hat, um nun selbst repräsentativ im Herzen Kreuzbergs zu residieren. Als kleiner Beigeschmack: Von den zehn ehemaligen Wohnungen ist nur noch eine bewohnt. Den Rest nutzt Akelius anders, z.B. gewerblich als Mieter*innen-Büro. Auf Amtsdeutsch nennt man das Zweckentfremdung.
An einer Wand der Großraumbüros prangte zur Zeit der Architekturführung durch die Akeliuszentrale ein übergroßer Entwurf mit Streetartmotiven für die zukünftige Fassadengestaltung eben dieser Häuser hier nebenan in der Lobeckstraße 65 bis 75.

Doch nicht die lang ansässigen Mieter*innen dieses Viertels sollen in den Genuss der Verschönerung kommen. Vor einem Jahr zeugten die Briefkästen noch von viel Leerstand und einer großen Nachbarschaft mit dem klassischen Kreuzberger Migrationshintergrund.
Die neuen Mieten, die Akelius seit wenigen Wochen in diesen Häusern abruft, sind astronomisch:
1400 Euro für 70 m² in der Nummer 67
1500 Euro für 65 m² in der Nummer 71
1090 Euro für 35 m² in der Nummer 73
1012 Euro für 58 m² in der Nummer 74
Das ergibt eine Durchschnittsmíete von 23,67 Euro warm pro Quadratmeter. Der übliche Preis, den Akelius in Friedrichshain-Kreuzberg abruft.
Aber diese Mieten können und wollen wir uns nicht leisten! Unsere Antwort darauf ist deshalb kurz und einfach: Akelius & Co. enteignen!


[06.04.2019] Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn! / Mietendemo in Berlin

Rede im Enteignungsblock:
Wohnen ist Menschenrecht und kein Spielplatz für Monopoly-Spekulanten wie Akelius!
Akelius ist mit 13.700 Wohnungen einer der größten Eigentümer Berlins. Und laut des Berliner Mietervereins auch einer der aggressivsten. Die Zahlen bestätigen das: Jüngst deckte ein Journalisten-Team auf, dass bei Akelius im Vergleich zu anderen Wohnungsunternehmen das stärkste Ungleichgewicht zwischen den Ausgaben für Instandsetzung und Modernisierung besteht. Während das Unternehmen nur 9 € pro Jahr pro Quadratmeter zur Instandsetzung ausgibt, sind es 105 € für Modernisierungen. Das heißt für uns Mieter*innen: Wir müssen ewig auf dringend notwendige Reparaturen warten, die dann so billig wie möglich ausgeführt werden, während Modernisierungskosten bei jeder Gelegenheit auf uns abgewälzt werden. Mit diesen Modernisierungen rechtfertigt Akelius dann auch Angebotsmieten von bis zu 42 € warm den Quadratmeter. Dabei umgeht Akelius systematisch die gesetzlichen Vorgaben zur Regulierung der Mietentwicklung. Beispielsweise indem sie behaupten, Baumaßnahmen durchzuführen, die zu einer umfassenden Modernisierung der Wohnungen beitragen würden. Aber wir Mieter*innen lassen uns solche Spielchen nicht länger gefallen. Schon in mehreren juristischen Auseinandersetzungen musste Akelius einlenken, weil die verlangten Mieten nicht im gesetzlichen Rahmen lagen. Selbst Bezirksämter sind schon eingeschritten und haben Baustopps wegen ungenehmigter Baumaßnahmen gegen den Konzern verhängt oder einen Rückbau gefordert.
Wir fordern vom Gesetzgeber endlich die konsequente Abschaffung aller Ausnahmeregelungen im Mieterschutz!
Für uns Mieter*innen ist es immer wieder verblüffend, wie Akelius sich selbst darstellt. Sie behaupten, moderne Wohnungen anzubieten, da wir Berliner*innen uns hohe Qualität wünschen würden, legen dann aber neue Elektroleitungen über Putz. Sie behaupten, energetische Einsparungen zu fördern, reparieren aber nicht kaputte Türen und Fenster. Sie behaupten „bescheiden und bodenständig“ zu sein und sich „wohltätigen Zwecken“ verschrieben zu haben.  Akelius ist wie die anderen Berliner Immobilienriesen auch eine Aktiengesellschaft. Der Großteil der Akelius Residential Property gehört der Akelius-Stiftung, die im Steuerparadies Bahamas sitzt und über zwei zypriotische Zwischenholdings 90 Prozent der Aktien besitzt.
Akelius ist keine seriöse Vermieterin, sondern der Monopoly-Spielplatz eines Steuerexperten!
Zu ihren vermeintlich wohltätigen Zwecken scheinen weder Instandsetzungen noch der Schutz von Bestandsmieter*innen zu gehören.
Deshalb fordern wir die Enteignung von Akelius! Wir fordern die Überführung des Wohnungsbestandes in eine Anstalt Öffentlichen Rechts, die von uns Mieter*innen kontrolliert wird!

Rede für die Abschlusskundgebung:
Schließen wir uns zusammen und fegen wir die Spekulanten vom Tisch!

Es ist toll, dass heute wieder so viele Menschen auf der Straße waren, um gegen den Mietenwahnsinn zu demonstrieren. Es ist wieder einmal deutlich geworden, dass das Problem der hohen Mieten und der Verdrängung inzwischen jede*n hier in dieser Stadt betrifft.
Akelius ist eines der großen privaten Wohnungsunternehmen und Mietpreistreiber Nr. 1 mit Angebotsmieten von bis zu 42 Euro warm den Quadratmeter. Wir Mieter*innen haben die Nase gestrichen voll von Akelius und deren Geschäftspraxis. Ein Unternehmen, das nur 9 Euro pro Jahr und Quadratmeter in die Instandsetzung, dafür aber 105 Euro in die Modernisierung steckt, agiert vollkommen am Bedürfnis der Menschen vorbei.

Akelius geht es nur um den Profit. Uns aber geht es um das Menschenrecht auf Wohnen!

Deshalb organisieren wir uns, tauschen Informationen aus, helfen uns gegenseitig und machen die Geschäftspraxis von Akelius öffentlich. Alleine ist es verdammt schwer, mühsam und zermürbend sich gegen so einen Immobilienriesen wie Akelius zu stellen. Aber zusammen sind wir unendlich viel stärker. Die Gesetze haben viel zu große Lücken, durch die wir als Einzelne immer wieder durchfallen.
Aber zusammen verstopfen wir diese Löcher!

Deshalb rufen wir dazu auf: organisieren wir uns und kämpfen wir gemeinsam für unsere Rechte! Und denken wir nicht nur defensiv, sondern überlegen wir uns, wie wir leben und wohnen wollen! Setzten wir uns für die Verwirklichung unserer Wünsche ein und halten wir an unseren Träume fest! Es ist klar, dass uns nichts geschenkt wird. Wir müssen uns das Erreichen unserer Ziele erstreiten und erkämpfen. Tun wir es!

Bauen wir eine Mieter*innen-Gewerkschaft auf, in der wir den Vermieter*innen geschlossen gegenübertreten! Enteignen wir die großen börsennotierten Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen! Setzen wir die Deckelung der Mieten durch! Verhindern wir die Spekulation mit unseren Grundbedürfnissen durch private Konzerne! Nehmen wir uns endlich das zurück, was uns als Menschen allen gemeinsam gehört: den Grund und Boden!


[29.03.2019] 40 Euro pro Quadratmeter??? – Nein Danke!!!
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen auf der Kundgebung vor der Akelius-Zentrale

Wir protestieren heute hier vor der Deutschlandzentrale von Akelius – einem Konzern, der in Berlin maßgeblich mit verantwortlich ist für massive Mietsteigerungen und gravierende Wohnungsnot. Akelius rechtfertigt seine hohen Mieten von bis zu 40,- Euro warm den Quadratmeter mit einer angeblichen Nachfrage nach modernen Wohnungen.

Doch das ist Quatsch! Akelius geht es nur um den Profit!

In seinem Geschäftsbericht von 2018 brüstet sich der Konzern mit der Steigerung von Mieteinnahmen um 600 Prozent am Beispiel der Nehringsstraße 11 in Charlottenburg. Dort hat Akelius drei Gewerbeeinheiten umgewandelt in vier kleinere Wohnungen und sie anschließend modernisiert. Dass die Anwohner*innen und Gewerbetreibenden laut dagegen protestiert haben, verschweigt Akelius. Letztlich konnte zwar die „Sternschnuppe“ bleiben, ein Laden der unter anderem Kinder der angrenzenden Schulen mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs versorgte – allerdings zur doppelten Miete.

Würde das Bedürfnis der Menschen dieser Stadt irgend eine Rolle spielen, wären es gerade die Wohnungen und Gewerbeeinheiten mit den günstigen Mieten, die angeboten werden müssen. Stattdessen zerstört Akelius systematisch den bezahlbaren Mietmarkt.

Wie sollte es auch anders sein, wenn ein selbsternannter Steuerexperte sich die existentielle Daseinsversorgung mit Wohnungen zum privaten Monopoly-Spielplatz macht? Allein in 2018 hat Akelius in Berlin 964 Wohnungen für 194 Millionen Euro dazu gekauft. Wohnungen mit bisher weitgehend akzeptablen Mieten. Eine dieser Wohnungen mit 25 Quadratmetern in der Wrangelstraße 92 hat Akelius vor zwei Wochen für 1060,- Euro Miete angeboten, das sind 42,- pro Quadratmeter!

Es reicht! Wohnen ist kein Luxus, sondern Menschenrecht!

Wir fordern, dass auch Akelius enteignet wird, damit der Wohnungsbestand mit den bezahlbaren Mieten erhalten bleibt! Denn die Wohnungsfrage wird am wenigsten durch überteuerten Neubau gelöst, sondern hauptsächlich durch den Schutz des Bestands!